Krynica-Morska – Frombork

 

Monika hat mich sicher nach Frombork gebracht.

Seit letzter Woche Freitag warte ich nun schon darauf das mein Visum gültig wird. Am Montag habe ich mich dazu entschieden überzusetzen auf das Festland nach Frombork. Die Tage auf der Frischen Nehrung haben gut getan aber ich habe angefangen mich zu langweilen und so musste ich was ändern! Ich und mein Rad sind bequem per Schiff übergesetzt nach Frombork. Frombork ist ein winziges Dorf an einem riesigen Dom. Nikolaus Kopernikus hat hier am Dom gewirkt und ist auch hier begraben. Das Dorf und der Dom waren schnell erkundet und ich hab mir einen Campingplatz gesucht. Auf dem Campingplatz in Frombork ist ein wenig die Zeit stehen geblieben Es ist alles etwas einfacher, aber trotzdem oder auch vielleicht deshalb super gemütlich. Weil ich so ziemlich der einzige Gast war bin ich schnell mit Konrad (Platzwart, 21 Jahre alt und frisch aus der Armee) ins Gespräch gekommen. Konrad spricht sehr gut englisch und ist glaube ich auch sehr froh gewesen das mal jemand zum Reden da ist. Wir saßen lange draußen und haben über alles mögliche gesprochen. Es ist auffällig wie häufig ich über die Flüchtlinge in Deutschland ausgefragt werde. Die Medien in Polen verbreiten hier wohl Angst und Schrecken. Man muss ein wenig aufpassen was man sagt und man merkt den Polnischen Rechtsruck doch sehr deutlich.

 

 

Ankunft in Frombork

So habe ich Polen getroffen die das Attentat von Anders Breivik in Norwegen verteidigt haben. Auch, wenn ich von meinem Plan Berichte durch Schweden zu fahren werde ich immer wieder vor den dort lebenden geflüchteten gewarnt. Etwas schockiert von diesen Unterhaltungen habe ich entschlossen in Zukunft nur noch über Pirogi, Fußball, Fahrräder und Sonnencreme zu sprechen 😉 aber man sollte diese Entwicklung auf jeden Fall im Auge behalten…. Man scheint hier nicht viel aus der Vergangenheit gelernt zu haben. Trotzdem bleibe ich bei meiner Meinung, Polen ist eine Reise wert! Und vielleicht kommt mit mehr Urlaubern ja auch mehr Toleranz ins Land. Ich hoffe es sehr.

 

 

Die letzten 2 Tage habe ich mich dann aus allen Politischen Diskussionen herausgehalten und die Zeit hier in Frombork genossen. So gibt es am Fuß des Doms die meiner Meinung nach beste Bäckerei in Polen. Morgens nach dem aufstehen freue ich mich schon auf Kaffee und Teilchen. Den zweiten Abend in Frombork sind abends noch ein paar neue Leute aus Litauen und Polen auf dem Zeltplatz eingetrudelt. Wir haben den Abend mit Bier, Poker und einem Litauischen Eintopf, gekocht auf einem Russischen Armee Kocher verbracht. Politische Diskussionen habe ich keine mehr geführt 😉

 

 

Am nächsten Morgen war für alle außer mich Aufbruchstimmung, ein bisschen bedröppelt saß ich alleine vor meinem Zelt, als ein Tandem auf die Wiese bog. Es stellte sich heraus das die beiden aus Bayern sind und eine ganz ähnliche Strecke fahren wie ich. Die beiden sind Pensionierte Rentner und haben gemeinsam schon einige 1000 Kilometer auf dem Fahrrad zurückgelegt. Wir haben uns auf Anhieb verstanden und haben einen tollen Tag in der Stadt verbracht. Essen am Hafen, Kaffee und Kuchen in meiner Lieblings Bäckerei und abends Wein und schöne Unterhaltungen auf dem Zeltplatz.
Ich konnte die beiden nicht davon abbringen mich einzuladen. Es war schön mit Gleichgesinnten zusammen Zeit zu verbringen. Wir haben ein interessantes Gespräch über das Tandem fahren geführt, die Reise zu zweit auf einem Fahrrad ist schon etwas ganz besonderes… man tritt in der gleichen Frequenz ist sich sehr nah und fährt den gleichen Rhythmus. Jeder Höhenmeter und jeder Kilometer wird synchron und gemeinsam bewältigt. Ich glaube das ist ein tolles Gefühl und schweißt sicher zusammen. Man muss sich aber auch sehr mögen, wenn man den ganzen Tag so nah beieinander ist. Bei den beiden ist das ganz offensichtlich so! Ein tolles Paar.

 

ein typisches Frühstück für mich in Frombork

Morgen früh brechen wir getrennt in Richtung Russland auf, da ich Kaliningrad durchquere und an der Küste die Nacht verbringe. Die beiden wollen eine Nacht in der Stadt bleiben. Aber eventuell sieht man sich auf dem langen Weg nochmal wieder.
Über Einsamkeit kann ich gerade nicht mehr klagen! Aber ich freue mich tierisch morgen endlich weiterzufahren. Und am Sonntag treffe ich auf Markus der ja bis kurz nach Helsinki mit mir gemeinsam fährt.
Jetzt aber erstmal nach Russland! Ich bin ein wenig aufgeregt, aber die Freude endlich weiterzufahren und Markus zu treffen überwiegt.

Anmerkung: Der Blogpost ist leider etwas zu spät, ich sitze schon in Litauen und sammle morgen Markus ein 🙂 Über mein kurzes Russland Abenteuer kommt dann ein gesonderter Blogpost. Das Internet in Russland hat leider nicht so mitgespielt wie ich das gerne gehabt hätte.

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